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CCD-Sektion – Teil 2
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Diverse Aufnahmen mit gekühlter CCD-Kamera und großteils engbandiger Filterung:
Alle Fotografien, sofern nicht extra gekennzeichnet: © Bildautor = Andreas v. Rétyi
Externe Fotografien sind jeweils unter »Ergänzende Abbildung(en)« zu finden
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M 57 - Ringnebel im Sternbild Leier
Der ebenfalls im Bereich digitaler Astrofotografie schon beschriebene Ringnebel M 57 in der Leier
in einem Falschfarben-Testbild am 12.5-Zoll-Newton. Der energiereiche Zentralstern ist ein lediglich
planetengroßer Weißer Zwerg.
Die Atome in seinem Inneren wurden beim stellaren Kollaps zertrümmert, Elektronen bilden zwischen den
nun dicht gepackten Kernteilchen ein negativ geladenes Gas – der Weiße Zwerg besteht aus entarteter
Materie. Ein normal dimensioniertes Trinkglas, gefüllt mit dieser Materie, würde auf der Erde soviel
wiegen wie rund dreißig Mittelklasseautos.
Der Zentralstern des Ringnebels leuchtet als Objekt 15. Größenklasse. Der helle Nebelhintergrund
lässt diesen Stern meist verblassen, so dass sehr große Instrumente zu seiner visuellen Beobachtung
erforderlich werden.
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Zum Vergleich hier noch eine weitere Aufnahme des Ringnebels, diesmal als LRGB-Bild mit maximaler
Kamera-Auflösung (1x1-Binning) und einer Gesamtbelichtung von nunmehr 30 Minuten (L=15’; R, G, B je 5’)
am 12.5-Zoll-Newton f/6.
Sehr schön ist hier die bläuliche Eigenfarbe des zentralen Weißen Zwerges zu sehen. Interessant auch
die radiale Farbverteilung im Objekt. Die Anregungsenergie der Nebelmassen nimmt mit zunehmendem
Abstand vom Zentralstern ab. Das sinkende Level bewirkt, dass im äußeren Ring vorwiegend nur noch
Wasserstoff angeregt wird und rot leuchtet, während die höhere Energie im Mittelbereich auch das
grünliche Glühen von Sauerstoff sowie Stickstoff auslöst. Im Inneren erscheint der Nebel im
sichtbaren Licht dunkel, da er hier UV-Strahlung abstrahlt. Erst bei sehr langen Belichtungen
tritt die wahre Ausdehnung des Ringnebels hervor. Das in Wirklichkeit vermutlich eher röhrenförmige
Objekt besitzt ein weites Halo, das bei einer früheren Materieabstoßung entstand und im Jahr 1935
entdeckt wurde.
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Rosettennebel NGC 2237-9,46 + NGC 2244
Links: Ein Ausschnitt aus dem Rosettennebel NGC 2237-9, 46 und Sternhaufen NGC 2244 im Sternbild
Einhorn (Monoceros). Diese CCD-Aufnahme entstand allein in reinem H-Alpha-Licht und wurde entsprechend
koloriert. Als Aufnahmeinstrument diente noch der 102/660-Großfeldrefraktor.
Rechts: Blick in den zentralen Bereich des Rosettennebels – aufgenommen durch den farbreineren
ED-Halbapochromaten, rgb = O-H-S. Die langen dunklen Girlanden sind die berühmten »Elefantenrüssel«;
daneben liegen oft kleine schwarze Sphären, die Globulen. So winzig sie erscheinen, messen sie im
Durchschnitt doch das 7000- bis 10000-fache der Distanz Erde-Sonne. Aus ihnen entstehen neue Sterne
und Sonnensysteme.
Im Zentrum des Nebels hat sich bereits ein kompletter Haufen neuer Sterne gebildet. Deren Energie- bzw.
Teilchenausstoß fegte die übrig gebliebenen zentralen Gas- und Staubmassen nach außen, so dass ein
»Loch« in der Mitte entstanden ist. Auf dem ED-Bild ragt ein Elefantenrüssel von rechts besonders
weit in die zentrale Dunkelzone hinein. Sein aufgespaltenes Ende verleiht ihm annähernd die Form
eines Schraubenschlüssels. Er liefert eine gute Orientierungsmarke auf Aufnahmen; der Verfasser
bezeichnet ihn intern als »Wrench-Nebel«.
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Hier noch einmal der Bereich um die ausgeprägtesten Elefantenrüssel und Globulen, kontrastverstärkt:
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Ergänzende Abbildung:
Die Radiostrahlung des Rosettennebels bei 8,4 Gigaherz – Aufnahme des National Radio Astronomy
Observatory Green Bank, Virginia:
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Crescent-Nebel NGC 6888
Zwei Aufnahmen des Crescent-Nebels NGC 6888 im Sternbild Schwan – unweit der Gamma-Cygni-Region.
Die linke Aufnahme entstand durch den Großfeld-Semi-Apo 80/600, die rechte durch den 12.5-Zoll
Newton. Das Überblicksbild zeigt die Filterung rgb = SOH. Das zweite Bild hingegen ordnet nach:
rgb = HOS. Vor allem die Filamente im rechten unteren Bildbereich ließen sich bei dieser Zuordnung
am schönsten herausarbeiten.
Solche Vergleiche zeigen deutlich, dass viele astronomische Aufnahmen nicht den realen Farbeindruck
wiedergeben. Ohnehin ist das Thema Farben im Weltraum recht komplex und erfordert eine umfangreiche
Diskussion. Zur Kontraststeigerung werden oft falsche Farben verwendet. Gerade engbandige Aufnahmen,
wie sie vor allem auch vom Hubble-Weltraum-Teleskop weithin bekannt sind, zeigen fantastische Details
und ungewöhnlichste Farben.
Der Crescent-Nebel ist rund 5000 Lichtjahre von uns entfernt. Sein Zentralstern, WR 136, in diesen
Aufnahmen auch gut erkennbar (jeweils der obere der beiden hellsten Sterne im Nebel), zählt zur Gruppe
der Wolf-Rayet-Sterne. Er ist somit extem heiß, sehr massiv, leuchtkräftig und aktiv. Dieser Stern stößt
seine äußere Hülle in Gestalt von Nebelfetzen ins All ab.
Mit dem von ihm ausgehenden Sternwind gibt er alle 10 000 Jahre das Äquivalent einer Sonnenmasse ab.
WR 136 ist nur 4,5 Millionen Jahre alt und könnte in ca. 100 000 Jahren als Supernova detonieren.
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Ergänzende Abbildung:
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(NASA-Grafik eines Wolf-Rayet-Sterns)
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Nordamerika-Nebel NGC 7000
Die südliche Spitze von NGC 7000, des berühmten Nordamerika-Nebels – am Himmel nahe dem hellen
Stern Deneb im Schwan gelegen.
Die wiederum engbandige CCD-Aufnahme zeigt deutlich die Cygnus-Wand, eine sich über ungefähr 15 Lichtjahre
erstreckende Sternentstehungsregion.
Der Nordamerikanebel ist relativ lichtschwach und rund 1500 Lichtjahre von der Sonne entfernt
(Zuordnung der Farbkanäle in dieser Aufnahme: rgb = SHO).
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Ein Ausschnitt der Südspitze von NGC 7000, per CCD "gesehen" durch den 12,5-Zoll-Newton. Dieses LRGB-Bild entstand unter sehr mäßigen Sichtbedingungen und teils leichter Bewölkung. Die 1x1-Luminanz setzt sich aus 50' Ha (13nm) und 60' ungefiltert zusammen, hinzu kommen R=20', G=10' und B=20' (2x2).
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Pelikan-Nebel IC 5070
Unweit des »Nordamerika«-Nebels befindet sich der »Pelikan«-Nebel, IC 5070, eine zum gleichen System
zählende Wasserstoffregion mit Dunkelwolken und Ionisationsstoßfronten.
Rein optisch scheinen die beiden leuchtenden Massen durch den tiefen Weltraum voneinander getrennt
zu sein. Tatsächlich aber liegt hier eine massive und ausgedehnte Dunkelwolke in unserer Sichtlinie,
die den Blick auf die dahinter leuchtenden Nebelanteile blockiert und »schwärzt«.
Der Pelikan-Nebel ist ungefähr 2000 Lichtjahre von uns entfernt.
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Pacman-Nebel NGC 281
Wegen ihrer von einer großen Dunkelwolke bestimmten Form wird diese Gas- und Staubwolke im Sternbild Cassiopeia auch als »Pacman«-Nebel bezeichnet.
Der eingebettete Sternhaufen IC 1590 entstand erst vor wenigen Millionen Jahren. Astronomisch gesehen nicht viel.
Das Nebelgebiet von NGC 281 selbst ist eine sehr rege galaktische Sternentstehungs-Region in rund 10 000
Lichtjahren Distanz von der Sonne, hier zu sehen in einer monochromen, colorierten Ha-Aufnahme (13nm) - ein "Schlechtwetter-Bild": Die Aufnahme entstand bei großteils bewölktem Himmel durch Wolkenlücken hindurch. Die Kamera nahm kontinuierlich einminütige Einzelbilder ohne weitere Nachführkontrolle auf. Die Lücken gaben den Blick immer wieder für kurze Zeit frei. Auf diese Weise blieben fünfzehn nutzbare Bilder übrig. Voraussetzung war von vornherein eine recht lichtstarke Aufnahmeoptik (10-Zoll f/4,7) und 2-fach-Binning, um noch ein möglichst gesättigtes Ergebnis sicherzustellen.
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