Der Ringnebel M 57 im Sternbild Leier (Lyra) rechnet zur Gruppe der »planetarischen Nebel« - eine 1785
von dem deutsch-englischen Astronomen Wilhelm Herschel geeprägte Bezeichnung für lichtschwache runde
Nebelobjekte. Ihr Aussehen erinnerte ihn an den Anblick ferner Planetenscheibchen, daher der Name.
Doch physikalisch haben diese Objekte nichts mit Planeten zu tun, sie sind sogar unvergleichlich
größer als ganze Sonnensysteme. Hier dreht es weit mehr um stellare Dimensionen sowie Kategorien von
Sterngeburt und Sternentod:
Ganz anders als Objekte wie der Rosettennebel nämlich steht der Ringnebel genau wie auch der
»Hantelnebel« M 27 im Zusammenhang mit dem Ende einer fremden Sonne. Ihr Überrest ruht als sehr
langsam abkühlender Weißer Zwergstern im Zentrum der Gashülle. Ein Becher voll dieser exotischen
Materie würde auf der Erde soviel wiegen wie 30 Mittelklasse-Autos.
M 57 ist rund 2000 Lichtjahre von der Sonne entfernt. Bis heute ist nicht mit Sicherheit geklärt,
ob es sich bei dem Objekt tatsächlich um einen Gasring handelt oder aber eine Gasblase mit ausgehöhltem
Inneren. Der extrem heiße Zentralstern erreicht eine Oberflächentemperatur im Bereich von 100 000 bis
120 000 Grad Celsius.
Auch der Hantelnebel M 27 zählt zu den planetarischen Nebeln. Er dehnt sich über rund 2,5 Lichtjahre aus
und besitzt demnach auch absolut einen größeren Durchmesser als der Ringnebel. M 27 erweist sich immerhin
über zweitausendmal so groß wie die Plutobahn. Der sehr heiße blaue Zwergstern im Zentrum befindet sich
am Ende seines »Lebens« und hat beim Kollaps seine äußere Atmosphäre als Gasschale abgestoßen, die nun
den Nebel bildet. M 27 ist etwa halb so weit von uns entfernt wie M 57.
Beide Aufnahmen entstanden durch den 12,5“-Newton mit der 20D und UHC-S-Filter. Während der Belichtung
des Hantelnebels war der Himmel stark aufgehellt (beinahe Vollmond).
Auch die folgenden beiden Emissionsnebel zählen zum sommerlichen Himmel:
M 8, der Lagunennebel im Schützen: