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Digitale Bilder aus dem Sonnensystem
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Alle Fotografien, sofern nicht extra gekennzeichnet: © Bildautor = Andreas v. Rétyi
Externe Fotografien sind jeweils unter »Ergänzende Abbildung(en)« zu finden
Achtung: Die Abbildungen werden zur Vermeidung langer Downloadzeiten nicht in voller Qualität
wiedergegeben! Trotzdem kann der Ladevorgang der Bilddateien je nach Verbindung einige Zeit in
Anspruch nehmen.
Auch wenn der allgemeine astrofotografische Schwerpunkt bei Deep Sky liegt, widmet sich diese Seite
einigen Aufnahmen mit Motiven und Phänomenen des Sonnensystems und soll bald weiter ausgebaut werden.
Die Abbildungen entstanden mit diversen Aufnahmeinstrumenten und Kameras. Die gezeigten Beispiele
entstanden sowohl mittels DSLR als auch CCD-Kamera.
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Komet SW-3 – Fragment B
Im Frühjahr 2006 zog Komet Schwassmann-Wachmann 3, P73, an uns vorbei und war von der Nordhalbkugel
aus sehr gut zu beobachten.
Der gealterte SW-3 war bereits bei seiner letzten Sonnenannäherung in mehrere Teile zerfallen.
Dieser Prozess setzte sich bei der aktuellen Begegnung weiter fort. Nunmehr konnten mehr als 40
Einzelfragmente von »Schwachmann« gezählt werden.
Die Aufnahme zeigt Fragment B am 12. Mai 2006 gegen 2 Uhr UT und entstand mit der Canon 20D bei ISO
1600 und lediglich 60 Sekunden Belichtungszeit am 10-Zoll-Newton f/4,7 mit UHC-S-Filter – kein aktives
Guiding.
Das Instrument wurde auf die Sterne, nicht auf den Kometen nachgeführt; und so zeigt sich bei genauem
Hinsehen, dass die Koma des Kometen bzw. seines hellen Fragments in Bewegungsrichtung bereits etwas
verlängert ist, also eine kurze Strichspur erzeugt.
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Hier folgt bald eine CCD-Filmsequenz aus der Nacht vom 2. Mai 2006, die deutlich wiedergibt, wie der
Komet innerhalb relativ kurzer Zeit über den Sternenhimmel wandert!
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Diese CCD-Aufnahme zeigt noch einmal Fragment B in einer Falschfarben-Isophotendarstellung, aufgenommen
durch den 10-Zoll-Newton.
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Komet 17P / Holmes im November und Dezember 2007:
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Der periodische Komet 17P/Holmes sorgte im Oktober 2007 für eine wirklich faszinierende Überraschung - innerhalb von
nicht einmal zwei Tagen stieg seine Helligkeit auf das Millionenfache an. Bisher wurde kein extremerer Lichtausbruch bei
einem Kometen beobachtet. Das Erscheinungsbild von 17P/Holmes wirkt für einen Kometen durchaus ungewöhnlich,
denn dieses Objekt weist keinen deutlich erkennbaren Schweif auf. Durch seine Entfernung sowie Position zu Erde und Sonne
ergibt sich die Situation eines erdabgewandten Schweifes (Opposition zur Sonne). Verbunden damit ist der Vorteil einer
hervorragenden Sichtbarkeit von 17P/Holmes. Der Komet ist die gesamte Nacht von unseren Breiten aus zu beobachten.
Zeitweilig war er als verwaschener Lichtfleck bereits gut mit bloßem Auge erkennbar. Obwohl er sich stets im Bereich von
Mars- und Jupiterbahn bewegt, erscheint er gegenwärtig am Himmel verblüffend groß. Seine Gas- und Staubhülle (Koma)
ist gigantisch - sie erreicht mit 1,4 Millionen Kilometern sogar einen etwas größeren Durchmesser als unsere Sonne.
So gesehen ist Komet Holmes gegenwärtig das größte Objekt unseres Sonnensystems. Sein fester Kern allerdings ist
nicht größer als etwa 3,4 Kilometer. Seine Entdeckung verdankt der Komet einem ähnlichen Helligkeitsausbruch im Jahr 1892.
Damals fiel er dem britischen Amateurastronomen Edwin Holmes erstmalig auf. 17P/Holmes befand sich Mitte November
beim hellen Stern Mirphak im Perseus, der auf den folgenden Aufnahmen besonders hell leuchtet. Schon im Feldstecher ist
der Komet ein beeindruckendes Objekt. Der Erde gefährlich werden kann er glücklicherweise nicht.
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Komet 17P/Holmes bei Mirphak, aufgenommen mit der Canon 20D durch ein Pentacon-Six-Objektiv 300mm - f4. Die Belichtungszeit lag bei nur 39 Sekunden, die Empfindlichkeit war auf 800 ASA eingestellt (19.11.2007, 1:05 Uhr MEZ).
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Dieses Bild entstand am kurzbrennweitigen FH-Refraktor 120/600
mit einem William Minus-Violett- sowie UHC-S-Filter (wiederum 20D; 296 Sekunden Belichtungszeit / 800 ASA; 19.11.2007, 1:45 Uhr MEZ)
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Komet 17P/Holmes bei Mirphak, hier aufgenommen durch einen Newton 150/750 ohne Koma-Korrektor. Als Astrokamera diente
die unmodifizierte Canon 20D (lediglich 94 Sekunden Belichtungszeit bei 800 ASA; 19.11.2007, 2:22 UHR MEZ).
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Komet 17P/Holmes fast drei Wochen später. Das Bild entstand am Foto-Newton 150/600 mit Koma-Korrektor und UHC-S-Filter. Der Komet ist mit bloßem Auge nach wie vor verblüffend gut zu sehen.
(403 Sekunden Belichtungszeit bei 800 ASA; 08.12.2007, 00:48 UHR MEZ).
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Im Licht der Finsternis - Die Erde im Mondschatten:
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Zu den faszinierendsten Himmelsereignissen zählen totale Sonnenfinsternisse. Es ist schon ein beeindruckender Zufall: Die Sonne ist rund 400mal größer als
der Mond, dafür aber auch 400mal weiter von der Erde entfernt. Beide Objekte erscheinen also am irdischen Himmel ziemlich genau in gleicher Größe.
Wenn der Mond die Sonne bei einer totalen Finsternis bedeckt, verschwindet ihre gleißend helle Oberfläche völlig aus dem Blickfeld und die viel schwächer
leuchtenden äußeren Partien ihrer Atmosphäre werden plötzlich sichtbar. Unvergessliche Momente für jeden, der schon einmal Zeuge eines
solchen Ereignisses wurde. Aufnahmen totaler Sonnenfinsternisse stellen eine besondere Herausforderung dar, nicht zuletzt, weil dem Fotografen
nur sehr wenig Zeit zur Verfügung steht - die Totalität währt nicht länger als einige (immer ganz besonders kurze) Minuten.
Bei der Sonnenfinsternis vom 11. August 1999 hielt eines der klassischen orangenen C8 mit RA-Nachführung
und einer Nikon F3 als analogem Fotoinstrument bei einer um den Faktor 0,7 auf 1,4 Meter reduzierten Brennweite her:
Die totale Sonnenfinsternis vom 11. August 1999, aufgenommen von Schloss Zichy, Zala, Ungarn. Die Sonnenaktivität war damals hoch.
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Hier nun einige Eindrücke von der totalen Sonnenfinsternis vom 29. März 2006, aufgenommen in Side / Türkei.
Diesmal kam ein leichter transportables 100/1000-Maksutov-Spiegeltele auf einem stabilen Fotostativ zum Einsatz.
Sämtliche Aufnahmen entstanden nunmehr digital mit der 20D, aber ohne jede Nachführung. Bei dieser
Brennweite wandert die Sonne allerdings bereits sehr schnell aus dem Gesichtsfeld. Das präzise Nachstellen
von Hand hat sich dabei als schweißtreibende und vor allem wertvolle Beobachtungs- und Fotozeit raubende Tätigkeit erwiesen.
Nicht empfehlenswert! Gerade bei einer totalen Sonnenfinsternis kommt es wirklich auf jede Sekunde an.
Bei der nächsten »Totalen« wird somit wieder zumindest eine kleine parallaktische Montierung mit
motorischer Nachführung dabei sein …
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