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Die nächste Frage der beiden war, ob wir wüßten, daß in dieser Gegend fotografieren verboten sei
und sie wollten wissen, ob wir Kameras hätten. »Nein, wir hatten keine dabei«, erklärten wir,
woraufhin die beiden unsere Sachen sehen wollten. Zwar befanden wir uns auf öffentlichem Land,
und die Security hatte im Prinzip kein Recht dazu, uns zu durchsuchen, aber da wir unsererseits
nichts zu verbergen hatten, zeigten wir ihnen unsere Taschen. Zeugen gab es sowieso nicht, und
daß die anderen stärker als wir waren, mußten sie uns nicht erst demonstrieren. Also wäre es in
Anbetracht der momentanen Umstände gewiß wenig weise gewesen, sich nicht zu fügen.
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Der größere Security-Mann fand nun mit einiger Überraschung meinen Feldstecher, nahm darauf
gleich sein »Brick« hervor, sein Handfunkgerät, und meldete den Fund an die »nichtexistente«
Basis, die sich mit einem Rauschen meldete. Sie fragten uns nochmal, ob wir Kameras hätten. »Im
Auto schon«, meinte ich, »aber wir haben sie nicht auf den Berg mitgenommen«. Egal, die Kameras
mußte er unbedingt sehen. Gleich zwei Stück kamen zum Vorschein. Das war wohl doch etwas verdächtig.
»Er hat Kameras dabei. Er hat auch einen Feldstecher«, gab der Wächter an die Basis durch. »Warum
zwei Kameras?« - Ja, war denn das ein solches Wunder? Wir waren doch zu zweit gekommen, und jeder
hatte eben seine eigene Kamera - übrigens ganz einfache Dinger. Wir hatten für diesen Trip keine
Spiegelreflex, kein Teleobjektiv, nichts mitgenommen, was wirklich gute Bilder hätte produzieren
können. Und da machten die beiden trotzdem einen solchen Aufstand!
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Der Prototyp der Stealth F-117 auf Nellis.
Der "Blackbird" SR-71 A.
© USAF
Der Stealth-Bomber B2.
© USAF
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Sie fragten mich, was ich damit wolle. Immer wieder erklärten sie, man dürfe hier nicht
fotografieren, auch keine Zeichnungen anfertigen, einfach nichts. Er rief noch einmal bei
der Basis an und fragte, was sie mit uns machen sollten. Aus dem Gerät rauschte und knisterte
es wieder, und dann drang eine undeutliche Stimme durch den Äther. Wie aus einer anderen Welt
klang sie. Und das war sie in gewissem Sinne ja auch, denn sie drang direkt aus »Dreamland« in
unsere Ohren: »Sagt ihnen, was mit ihnen passiert, wenn sie hier weiter vordringen«. Ob ich wisse,
was »jail« bedeute, meinte darauf mein Gegenüber. Wir müßten schon mit Festnahme, Gefängnis und
hohen Geldstrafen rechnen, sollten wir hier fotografieren oder vielleicht einen Schritt über die
Grenze wagen. Alte Erinnerungen an das geteilte Deutschland wurden langsam wach. Wir bekamen
regelrecht »Ostblockgefühle«, mußten nun wirklich an die ehemalige DDR denken, den ungeliebten
Begriff »Zonengrenze« und das »Niemandsland«. Aber auch die Amerikaner selbst sehen diese
Parallelen, diese Ähnlichkeit der Situation, und wenn Glenn von der »Restricted Area« spach,
nannte er sie manchmal »Our Berlin Wall«.
Wenigstens akzeptierte der Security-Mann dann meine Bemerkung, daß er doch selbst gesehen habe, wie
wir unser Auto regelrecht mieden; er mußte erkennen, daß wir keine Tür geöffnet und nichts hineingelegt
hatten und daher alles, was sie im Auto fanden, auch die ganze Zeit darin gelegen hatte.
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Trotzdem fürchtete ich schon um eine Filmrolle, die das Interesse des Security-Mannes fand. Sie
zeigte zwar keinerlei sensitive Einrichtungen, doch waren mir die Bilder dennoch wichtig.
Angeblich steht das Angebot des Sheriffs, die Bilder nach Beschlagnahmung entwickelt zurückzugeben,
wenn keine Geheimnisse und verbotenen Militäranlagen darauf zu sehen wären. Doch in diesem Kontext
bemerkt Glenn lediglich: »Der Service ist wirklich schlecht. Im Durchschnitt bekommt man seine
Bilder zurück, wenn die Hölle gefriert.« - Nun, meine stille Hoffnung ging daher eher in die
Richtung, jene Filmrolle behalten zu dürfen. Und wie gesagt, die Security hatte gesehen, daß
wir zwischenzeitlich nicht am Wagen gewesen sein konnten, um irgend etwas zu manipulieren. Also
durfte ich den Film behalten.
Nachdem diese Geschichte nach endlosem Hin und Her schließlich doch hinreichend geklärt war, mußten
sie noch unbedingt wissen, was unsere weiteren Pläne waren und wie lange wir denn in dieser Gegend
bleiben wollten. Dann verabschiedeten sie sich. Sie setzten ihren Jeep gerade in Bewegung und
wendeten, als mir einfiel, daß wir auf diesem Boden vielleicht wieder mit den Rädern steckenbleiben
konnten. Nachdem wir nun auch schon hungrig geworden waren und uns endlich wieder im über fünfzig
Kilometer entfernten Rachel versorgen wollten, war der Gedanke daran, hier eventuell festzuhängen,
nicht besonders erfreulich. Ich ging daher noch einmal zu den beiden hinüber und bat sie, noch einen
Augenblick zu warten, bis ich an der kritischen Stelle gewendet hatte, denn sonst würde unser
Aufenthalt vielleicht länger dauern als uns allen lieb war.
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Der superschnelle Höhenaufklärer Blackbird SR 71
Originalbild
Erdarbeiten auf Area 51.
Die Geheimbasis bei Nacht.
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Das war ein Argument. Der Größere kam sofort mit hinüber zu unserem Wagen und wollte sogar noch
einen riesigen Stein direkt hinter der Stoßstange weghieven, um uns den Weg freizumachen. Im
nachhinein frage ich mich, ob er vielleicht einmal für eine Versicherung gearbeitet hatte ...
Doch im Ernst, ich bedankte mich für seine Hilfsbereitschaft, meinte aber zu ihm, daß der Brocken
doch einige Rückenprobleme bringen könnte und ich auch so wenden könne. Es ging ja nur darum, nicht
im Sand zu versinken, was manchmal überraschend schnell geschehen kann. Nun aber konnten wir uns
endgültig auf den Weg machen. Ich war wirklich vom aktiven Einsatzwillen der Security beeindruckt,
wenn es darum ging, dafür zu sorgen, daß Besucher jene Gegend nur gut und schnell wieder verlassen
konnten. Wir winkten nochmal freundlich und machten uns auf nach Rachel, zum Little A 'Le' Inn.
Kurz vor Einbruch der Dunkelheit fuhren wir dann wieder hinaus, um unser Zelt auf einem kleinen
versteckten Platz aufzubauen, von dem aus man den geheimnisvollen Himmel über Area 51 gut
überblicken konnte.
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Als die Nacht kam, öffnete sich über uns der Weltraum mit Tausenden von Sternen. Das leuchtende
Band der Milchstraße war so deutlich zu sehen; wir glaubten sie auf den Buckel legen und davonschleppen
zu können. In der Finsternis der »Schwarzen Welt« leuchteten die Sterne besonders hell. Gelegentlich
blitzten Sternschnuppen wie himmlische Ausrufezeichen über »Dreamland« auf, während wir abwechselnd
unsere Nachwache hielten. Im Autoradio, das leise lief und wenigstens ein bißchen Abwechslung brachte,
spielten die »Scorpions« sinnigerweise gerade »Alien Nation«. Und ich war dabei, selbst bald ins Land
der Träume hinüberzugleiten. ...
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