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Extragalaktischer Raum
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Die Wissenschaft vom Weltraum ist voll von Überraschungen, das habe ich auch während meiner
langjährigen Mitarbeit und Chefredaktion für das führende populärwissenschaftliche Astronomie-Magazin
im deutschen Sprachraum erlebt, den Star Observer.
Was innerhalb nur eines einzigen Monats an faszinierenden Neuigkeiten geschieht, verblüfft immer wieder.
NGC 253 ist eine schöne Galaxie des südlichen Himmels. In den glühenden Nestern kosmischer Gas- und
Staubnebel findet massive Neuentstehung von Sternen statt. © NASA, JPL
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Nicht zuletzt erscheint mir »unser« Universum in Anbetracht der unvergleichlich schönen Bilder von
Sternhaufen, Nebeln und Galaxien immer wieder wie ein einziges, durch nichts zu überbietendes Kunstwerk.
Genau wie NGC 253 liegt auch die Cartwheel-Galaxie im südlichen Sternbild Bildhauer („Sculptor“).
Hier, in rund 500 Millionen Lichtjahren Distanz von der Erde, kam es zu einer kosmischen
Kollisionskatastrophe. Ein Galaxien-Eindringling tauchte zentral in ein größeres Sternsystem ein und
erzeugte eine gigantische gravitative Flutwelle – Ergebnis: ein schöner Sternenring! © NASA, JPL
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Und wenn wir jenem Spiel der Unendlichkeit auch täglich Geheimnisse entreißen, aus jedem gelösten
erwachsen zehn neue Rätsel.
Die rätselhaften Quasare – diese Hubble-Aufnahmen belegen, dass die hochaktiven „Energiemonster“
eng mit Galaxiensystemen verbunden sind. Quasare sind Kinder eines jungen Universums. Wenn die
zentralen Schwarzen Löcher von Galaxien mit genügend „Nahrung“ in Form sie umgebender Materie
versorgt werden, verwandeln sich sich in energiegeladene „Generatoren“ und verstrahlen ihr
gleißendes Licht ähnlich gigantischen kosmischen Leuchttürmen am Rande der Welt. © NASA, JPL
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Die berühmte Andromeda Galaxis M 31 ist die uns nächste und sehr ausgedehnte Nachbargalaxie in
rund 2,9 Millionen Lichtjahren Entfernung von der Sonne. M 31 ist größer als unser Milchstraßensystem.
Beide sind eindrucksvolle, glühende Spiralstrukturen aus Staub, Gas und Sternen. Jede ist von etlichen
kleineren Begleit-Galaxien umgeben. Dazu kommen viele andere eindrucksvolle Objekte, nicht zu vergessen
die Sphäre der Kugelsternhaufen.
Die berühmte Andromeda Galaxis M 31, unsere nächste und auch grössere Nachbargalaxie. Zusammen mit
ihren beiden Begleitern, den zwei helle elliptische Zwerggalaxien M 32 und M 110 und unserer Galaxie
und deren Begleiter M 33 bildet sie eine Lokale Gruppe. © NASA, JPL
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Auch unser Milchstraßensystem ist von diesen kugelförmigen Ansammlungen tausender und sogar mehrerer
Millionen Sterne umgeben. Der größte und berühmteste ist Omega Centauri am Südhimmel. Rund fünf
Millionen Sonnenmassen sind ihn ihm vereint. Einige Astronomen vermuten neuerdings, dass Omega
Centauri in Wirklichkeit eine von unserer Galaxis einfangene Zwerggalaxie ist.
Kollidierende Galaxien © NASA, JPL
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NGC 4314 © NASA, JPL
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„Andromeda“ und das Milchstraßensystem bilden die beiden größten Galaxien der Lokalen Gruppe, einer
relativ kleinen Ansammlung von über drei Dutzend Milchstraßen. Wie eine Inselgruppe im Ozean. Und
auch diese Inselgruppen sammeln sich an und bilden größere Haufen und Super-Haufen, vielleicht auch
Super-Superhaufen. Darin enthalten: die verschiedensten Typen von Galaxien. Elliptische Riesengalaxien,
lockere Zwergsysteme, von den Gezeiten gigantischer Schwerkraft-Werke zerrissene Begleiter und
Spiralgalaxien, die sich in einem ungewöhnlichen Kräftemessen gegenseitig gedehnt und auseinandergezogen
haben, Balkenspiralen und irreguläre Systeme, „Seyferts“, Quasare und blaue Galaxien.
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Am Ende der unvorstellbaren Kombination von ungezählten Sternen in Myriaden von Galaxien steht eine
universale Netzstruktur aus Materieblasen und Leerräumen (bubbles & voids), die aus den ersten
Dichteschwankungen des Kosmos hervorgegangen sind und den Urgrund des Seins bilden.
Doch selbst bis heute kann niemand sagen, wie der Anfang des Universums wirklich war und wie seine
Entwicklung weiter verlaufen wird.
Das „Hubble Deep Field – North“ – HDF-N. Eine wirklich tiefe Aufnahme in die Weiten des Kosmos.
Der Blick geht in Richtung des Sternbilds Großer Bär, eine Himmelsgegend, die kaum von interstellarer
Materie getrübt ist und deshalb Beobachtungen noch in sehr große extragalaktische Entfernungen zulässt.
Auf der Aufnahme konnten Astronomen rund 1500 fremde Milchstraßensysteme entdecken. © NASA, JPL
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NGC 4438 mit schwarzem Loch © NASA, JPL
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Dunkle Materie und dunkle Energie sind seit wenigen Jahren zu den Geheimnissen des Kosmos hinzu gekommen,
und beide bestimmen die Geschichte des Universums – vielleicht nur eines, des uns optisch zugänglichen,
eines von nie gesehenen anderen Universen.Gerade in den nie endenden Rätseln liegt das Ergründen und
sein Reiz.
Nicht umsonst schrieb Albert Einstein in seinem Todesjahr 1955 an seinen
Physikerfreund Max von Laue,
gewissermaßen von Nobelpreisträger zu Nobelpreisträger:
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„Wenn ich in den Grübeleien eines langen Lebens etwas gelernt habe, so ist dies, dass wir von einer
tiefen Einsicht in die elementaren Vorgänge viel weiter entfernt sind als die meisten Zeitgenossen
glauben.“
Supernova in der Galaxie NGC 1569 © NASA, JPL
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