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Unser Sonnensystem
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Sonne © NASA, JPL
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In der Astronomie bin ich als Autor in den letzten Jahren immer wieder den faszinierenden Kleinkörpern
verfallen, den Meteoriten, Asteroiden und Kometen,
jenen unauffälligen Mitgliedern des Sonnensystems, die auch auf der Erde so manches bewegt und
verändert haben.
Berühmtestes Beispiel: der Dino-Killerkomet, der bekanntlich vor rund 65 Millionen Jahren die riesigen
Echsen von unserem Planeten fegte und damit die Bahn für uns Menschen ganz im Wortsinne frei sprengte.
Wir können unsererseits nun möglicherweise von einer solchen kosmischen Bombe jeder Zeit selbst ins Aus
manövriert werden.
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Asteroid Ida mit 1 km grossem Mond Dactyl . © NASA/JPL
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Komet Borrelly © NASA, JPL
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Mit eigens ausgestatteten Teleskopen überwachen Fachleute den Nachthimmel und suchen nach größeren
Objekten, die irgendwann auf Kollisionskurs zur Erde geraten könnten. In den nächsten beiden Jahrzehnten
dürften die bedrohlichen Brocken der Kilometerklasse und größer beinahe vollständig erfasst sein.
Kleinere Asteroiden gehen allerdings in die hunderttausende - chancenlos, sie alle (rechtzeitig) zu
entdecken. Sie werden immer wieder plötzlich und unerwartet aus dem Dunkel des Raumes auftauchen und
zu lokalen Verwüstungen führen.
Die mächtigeren Geschosse hingegen könnten ab rund zwei bis drei Kilometer Durchmesser bereits unsere
gesamte Zivilisation gefährden. Solche kosmischen Unfälle ereignen sich sehr selten, doch der Zufall
besitzt kein Gedächtnis und die Zerstörungskraft eines Asteroiden oder Kometen übersteigt jede Vorstellung.
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Außerdem ist laut Statistik der Einschlag eines kilometergroßen Objektes eigentlich überfällig. Wer über
diese Zusammenhänge laut nachdenkt, gerät leicht in den Verdacht der Panikmache. Doch darum geht es nicht.
Wir können allesamt davon ausgehen, einen solchen Megatreffer aus dem All nie zu erleben. Nur, eine
sinnvolle Überwachungstechnologie für Weltraumobjekte ist in jedem Fall angebracht. Wer argumentiert,
dass wir bereits genügend Probleme auf der Erde haben, um uns auch noch den "himmlischen" zuwenden zu
müssen, schafft eine künstliche Trennung. Denn wir alle sind in erster Linie Bewohner des Kosmos. Keine
Kette aber ist stärker als ihr schwächstes Glied. Und genau deshalb ist eine "Spacewatch" existenziell
notwendig.
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Erde © NASA, JPL
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Einschlag von Kometenfragmenten auf dem Planeten Jupiter im Juli 1995 © STSI
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Neben "Gefahr aus dem All"
befassen sich auch meine Veröffentlichungen "Meteorite - Boten aus dem Weltall"
(1996 zusammen mit Dr. G. Aumann für das Naturkunde-Museum Coburg, NMC,veröffentlicht) sowie
"Der Jahrhundertkomet - Hale-Bopp, kosmische Katastrophen und das Geheimnis der
Kometen. Wie groß ist die Bedrohung aus dem All?"
(1997) mit diesem Thema.
Die Beschäftigung mit den Grundlagen der Astronomie und den bekannten Himmelserscheinungen ist unabdingbar,
wenn man sich auch den Fragen nach unidentifizierten Objekten am Himmel widmen will, seien es bislang kaum
oder gar nicht geklärte Phänomene wie Erdbebenlichter oder militärische Experimentalprojekte, einmal
ganz zu schweigen von der immer noch sehr umstrittenen UFO-Forschung.
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Auch wenn interessante militärische, geheimdienstliche und zivile Beobachtungen und Aussagen zu bislang
komplett uneinordbaren Flugobjekten existieren, fehlt bisher jeder gültige Beweis für die Präsenz
intelligenter außerirdischer Lebensformen auf der Erde.
Aufzeichnungen aus früheren Zeiten sind sicherlich interpretierbar, enthalten aber sehr bemerkenswerte
Indizien, die bislang auch von der etablierten Wissenschaft in keiner Weise erklärt werden konnten.
Diese Grenzbereiche sind auch gegenwärtig absolut problematisch, vor allem, da bis auf wenige
Ausnahmen keinerlei offiziell sanktionierte und finanzierte Forschungen stattfinden und private
Anstrengungen über äußerst begrenzte Mittel verfügen.
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Asteroid Eros © NASA, JPL
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Der gigantische Schildvulkan Olympus Mons ist 27 km hoch und 600 km breit. Er ist der grösste
Berg im Sonnensystem. © NASA, JPL
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Berührungspunkte bestehen in der Analyse von Himmelserscheinungen, bei der SETI-Forschung, der
wissenschaftlichen Suche nach extraterrestrischer Intelligenz also, sowie natürlich in allen
astrobiologischen Bereichen. Hier gab es anfänglich von Seiten der etablierten Wissenschaft ebenfalls
Widerstand, auch damals konnte sich ein Forscher sehr schnell die Finger verbrennen, wenn er sich für
die Suche nach Leben im All interessierte.
Gerne wird mit den Begriffen "Seriosität" und "Wissenschaftlichkeit" hantiert, Begriffen, die jedoch
alles andere als zeitlich unabhängige Konstanten sind. Oft dienten sie nur als Barriere gegen unbequeme
Themen - um nicht gleich von "unliebsamen Fakten" zu sprechen.
Vor weniger als 200 Jahren galt es noch als unseriös, geheimnisvolle Steine, die angeblich vom Himmel
stammten, aus den Museumsvitrinen hinaus und in den Abfall hinein zu befördern, um den guten Ruf als
Institutionsleiter nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Denn wer behauptete, dass Steine vom Himmel
fallen können, der war einfach nicht ernst zu nehmen; Leute dieses "Schlages" hatten wohl selbst einen
Himmelsstein auf den Kopf bekommen. Doch bald musste selbst der seriöseste Museumsdirektor einsehen,
dass er unwiederbringliche Schätze aus seiner Sammlung hinausgeworfen hatte. Denn Steine können eben
doch vom Himmel fallen.
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Und was ist mit SETI? Die Geschichte wiederholt sich bekanntlich. Erst als 1959 die beiden
Wissenschaftler Cocconi und Morrison einen Fachbeitrag verfassten, in dem sie eine geeignete
Suchmethode vorschlugen, gewann die SETI-Forschung festeren Grund unter den Füßen.
Mit heutiger Computerleistung und mächtigen Suchsystemen, mit Radioteleskopen und auch zunehmend mit
optischen Teleskopen fahnden Astronomen nach Signalen fremder Intelligenzen. Und diejenigen, die über
ihre verschrobenen Kollegen lachen, sind nunmehr schon in der Minderzahl.
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Marslandschaft in der Mündung von Ares Vallis. Im Hintergrund die 'Twin Peaks' in 1 km Entfernung.
Aufnahme des Mars Pathfinders 1997. © NASA, JPL
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Marsmeteorit © NASA, JPL
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Hier, auf dem Sektor der SETI-Forschung und kosmischen Biologie, hat sich in den vergangenen Jahren
sehr viel Interessantes getan, die Nasa hat sogar ein eigenes Institut für Astrobiologie gegründet.
Immer noch werden die organismenartigen Körperchen im Marsmeteoriten ALH 84001 diskutiert, ganz raus
ist es eben noch nicht, welche Geschichte sie haben und ob sie einst lebten. Auch die schon über ein
Vierteljahrhundert alten Viking-Experimente werden neu bewertet.
Der einst für das Projekt verantwortliche Forscher Gilbert V. Levin erklärt, dass schon damals Leben
nachgewiesen wurde. Allerdings hatte man grundsätzliche Fehler bei der Analyse begangen.
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Und was werden die neuen Sondenmissionen und Rover zum Mars an Informationen über Leben bringen?
Astronomen planen, in Zukunft auch den Ozean unter dem Eispanzer des Jupitermondes Europa gründlicher
zu erforschen und dort nach primitivem Leben zu suchen. Es existieren einige unerwartete Orte in unserem
Sonnensystem, an denen solche einfacheren Biologien möglicherweise anzutreffen sind. Sei es in der
Hochatmosphäre der Venus, in Marskratern, unter der Eisdecke Europas, im Inneren der Kometenkerne oder
aber auch im äußeren Asteroidengürtel.
Leben unter Extrembedingungen, das ist geradezu ein neues Schlagwort der Astrobiologie. Bakterien
in Treibstofftanks und radioaktivem Wasser, Leben in brodelnder Hitze und klirrender Kälte, all das
steht im Focus des Interesses. Welche unbekannten Formen birgt der Lake Vostok, der kilometertief
unter dem antarktischen Eispanzer seit undenklicher Zeit von der Außenwelt abgeschlossen ist? Die
Widerstandsfähigkeit des Lebens ist enorm.
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Jupitermond Europa © NASA, JPL
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Der Aristarchus-Krater auf dem Mond © NASA, JPL
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Bakterien haben auf dem Mond ungeschützt rund zweieinhalb Jahre überdauert. Sie waren während der
gesamten Zeit den harten Bedingungen des Weltraums ausgesetzt. Die Wiederbelebung von Bakterien im
Körper von Bienen, die 35 Millionen Jahre lang in Bernstein eingeschlossen waren, sorgte in den
1980ern für eine Sensation und regte Michael Crichton zu "Jurassic Park" an.
Heute sind Lebensformen bekannt, die einen 200 Millionen Jahre langen Dornröschenschlaf hinter sich
haben und ebenfalls wieder zum aktiven Stoffwechsel angeregt, also wiederbelebt werden konnten.
Nun warten vor allem Astrobiologen auf die Bestätigung des Berichtes eines italienischen Forscherteams,
das im Jahr 2001 behauptete, auch Mikroorganismen aus jenem Marsmeteoriten zu neuem Leben erweckt zu haben.
Selbst wenn dies nicht zutrifft, es gibt bereits genügend fesselnde Entdeckungen auf diesem Sektor.
Spannende Zeiten in dieser Hinsicht. Das Leben selbst ist es, dass die Voraussetzungen für seine weite
Verbreitung im All schafft.
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© Achim Hennings
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